Wie bekomme ich mein Baby sicher und individuell?

Shownotes

Dr. Aud Itta Sauer Stellvertretende Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe Asklepios Klinik Nord - Heidberg https://www.asklepios.com/konzern/standorte/expertensuche/profil/dr-med-aud-itta-sauer-35788

Transkript anzeigen

00:00:00: Wie bekomme ich mein Baby sicher und individuell?

00:00:04: Guten Tag und herzlich willkommen zur Klinik Sprechstunde.

00:00:08: Den Asklepios Gesundheits Podcast mit Kirsten Kahler und Ärztinnen und Ärzten der Asklepios Kliniken.

00:00:17: Wenn ein Baby auf die Welt kommen soll, soll alles gut gehen.

00:00:20: Die Mutter wünscht sich eine sichere Geburt und gleichzeitig eine Klinik, die individuell auf die Bedürfnisse von Mutter und Kind eingeht.

00:00:27: Wie das gehen kann, sagt Dr.

00:00:29: Aud Itasauer.

00:00:31: Sie ist stellvertretende Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe der Asklepios Klinik Nordheitberg.

00:00:38: Mit welchen Bedürfnissen kommen die Mütter zu Ihnen?

00:00:41: Also ich denke, jede Schwangere bringt ihre eigene Lebensgeschichte mit, hat eine frühe Bindung zu dem Baby wahrscheinlich schon aufgebaut, viele Emotionen und natürlich den Wunsch, dass sowohl die Schwangerschaft als auch die Geburt gut verlaufen und man ein sehr schönes Erlebnis hat, wo man dann langfristig auch mit dem Kind drauf aufbauen kann.

00:01:04: Ich denke, das ist der Wunsch von den meisten Schwangeren.

00:01:07: Der hängt viele Gefühle dran, oder?

00:01:09: Ja, viele eigene Gefühle aus der eigenen Lebensgeschichte.

00:01:12: Das ist ein sehr intimer Moment, die Geburt, ein sehr persönlicher Moment.

00:01:18: Und natürlich, man geht in einen neuen Lebensabschnitt als werdende Mutter ein.

00:01:23: Und natürlich auch die Fragen, was kommt da auf mich zu?

00:01:26: Eine Geburt wissen wir alle, hat auch mit Schmerzen zu tun, aber auch eben mit Glücksgefühlen.

00:01:33: Und genau dieser Dringe oder dieser Wunsch, dass alles wunderbar ist und man gut ankommen kann mit dem Baby im Leben.

00:01:41: Ja, dieses Gut.

00:01:42: Dieses Gut hat ja auch was mit Sicherheit zu tun und Sie von Ihrer Seite sprechen ja von einer sicheren Geburt.

00:01:49: Was verstehen Sie denn darunter?

00:01:51: Also in die Sicherheit kommen viele Aspekte.

00:01:54: Einmal ist das natürlich die Bindung, die wir hoffentlich aufbauen können mit der werdenden Mutter.

00:01:58: dass sie uns vertrauen kann, dass wir sie begleiten können auf ihrem Weg, den sie sich wünscht.

00:02:04: Aber eben nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung und unter jeder Geburt kann es Momente geben, wo entweder die Mama oder das Baby Probleme bekommen.

00:02:13: Und wo wir dann andere Wege, als die wir uns alle vorstellen, also eben die normale Geburt dann betreten müssen.

00:02:21: Und da ist eben die Sicherheit einmal, dass wir gut aufpassen, dass wir eine gute Bindung mit der Inbindenden aufbauen können und sie sich bei uns gut aufgehoben fühlt und dass wir ein großes Team im Hintergrund haben für Notfälle, die zwar selten sind, aber eben mal eintreten können wie Narkoseärzte, Kinderärzte, genau.

00:02:41: Und eben aber auch dann Wenn es eben mal höhergradige Probleme gibt, auch dass wir eine Blutbank zum Beispiel am Haus haben, dass alles schnell und sicher verfügbar ist.

00:02:50: Ja, Sie nennen sich Perinatalzentrum Leveln eins.

00:02:53: Noch mal für alle, die dies nicht wissen, was heißt das?

00:02:56: Das heißt, dass wir eben eine Einheit bilden mit der Kinderklinik, aber auch mit den anderen Abteilungen wie Herz, also Kardiologie, Narkoseärzten, Intensivstationen, Neurologen, also dass wir die gesamte Breite abdecken und dass alle nach der Sicherheit von Mama und Baby gucken können.

00:03:15: Und wir dürfen dann unserer Klinik beim Level eins eben auch die kleinsten Frühchen schon auf die Welt begleiten.

00:03:21: Ja, genau.

00:03:23: Wenn wir beim Frühchen bleiben.

00:03:27: Also was ist da anders?

00:03:30: Also vor der Geburt, während der Geburt, nach der Geburt?

00:03:34: Erst mal muss man gucken, was für Ursachen gibt es für die Frühgeburt.

00:03:37: Das kann ja sein, dass einfach die Natur entscheidet, aus was für Gründen auch immer, dass jetzt die Wehen losgehen und wir sie dann nicht mehr aufhalten können, sodass das Baby einfach dann auf die Welt kommt.

00:03:47: Wenn das Kind richtig rumliegt, also mit dem Köpfchen unten ist als Frühgeburt.

00:03:52: Und bis den Baby gut geht unter der Geburt, dann dürfen auch die kleinen Frühchen schon auf normalen Wege auf die Welt kommen.

00:03:59: Also auch da begleiten wir eine möglichst normale Geburt.

00:04:03: Wenn das Baby jetzt nicht mit dem Köpfchen unten liegt, sondern falsch rumliegt, wenn es Stress hat, weil der Mutterkuchen nicht richtig funktioniert, dann muss man natürlich den sichereren Weg des Kaiserschnittes wählen, damit das Kind möglichst schonend auf die Welt kommt.

00:04:17: Das gibt verschiedene Gründe für eine Frühgeburt.

00:04:21: Das können auch mütterliche Erkrankungen sein, entweder schon vorbestehende Erkrankungen, wie Herzerkrankungen der Mutter oder eben Schwangerschaftserkrankungen, die eintreten, wie Bluthochdruck oder auch Gefährstörungen, die dann im weiteren Verlauf eben auch... oder Mierenden der Mutter betreffen können.

00:04:41: Und wenn das Frühchen dann auf der Welt ist, hat es ja auch noch mal ein anderes Bedürfnis als Kinder, die zum normalen Zeitpunkt auf die Welt kommen, oder?

00:04:51: Ja, auf jeden Fall die ganz kleinen Früchen oder überhaupt Früchen, die haben natürlich noch nicht so viel Fettgewebe.

00:04:57: Die Lunge ist noch unreif, die Mieren, der Darm.

00:05:00: Das heißt, sie brauchen viel mehr Besonderheit und Pflege.

00:05:04: Aber das Hauptbedürfnis, nämlich der enge Kontakt zur Mutter, vor allen Dingen auch der Hautkontakt, das wissen wir heute zutage, ist für den weiteren Lebensweg von dem neu geborenen Menschen ganz, ganz wichtig.

00:05:16: Das heißt, bei uns wird, wenn das Kind stabil ist, auch eine Beatmung vielleicht hat.

00:05:22: Trotzdem, der Hautkontakt auch im Kreißsaal schon gesucht.

00:05:25: Das heißt, die Kinderärzte begleiten dann das Baby zur Mutter.

00:05:29: Und Mutter und Baby dürfen auch bei den kleinen Frühchen schon früh kuscheln und Kontakt aufnehmen.

00:05:35: Und das unterstützen wir.

00:05:36: Und das wird in der Kinderklinik dann fortgeführt.

00:05:39: Ist das zum Beispiel ein Punkt davon, dass ja die Klinik als babyfreundlich zertifiziert ist?

00:05:45: Ja, auf jeden Fall.

00:05:47: Das heißt, bivifreundlich bedeutet, dass eben schon vor der Geburt, unter der Geburt und nach der Geburt bei uns in unserer Klinik, aber auch in der Kinderklinik eben dieser enge Kontakt von Mutter und Kind gefördert wird.

00:06:00: Das Stielen wird gefördert.

00:06:03: Immer auch unter der Voraussetzung, dass die Mutter das auch wünscht.

00:06:09: Und da ist eben dieser stetige Hautkontakt, das Kuscheln.

00:06:15: Das stehen all diese Dinge stehen dann im Zentrum für uns und auch der geschützte Raum.

00:06:20: Das heißt, eine Entbundene, wo alles in Ordnung ist, also bei einem reifen Baby.

00:06:25: Da sind wir dann nach der Geburt nicht im Kreis der ganze Zeit, sondern die Familie hat auch die Möglichkeit, in Ruhe alleine anzukommen.

00:06:33: Und wir gucken dann zwischendrin nur, dass alles wirklich in Ordnung ist.

00:06:37: Um möglichst viel Privatheit und Normalität und schon so ein Gefühl wie zu Hause vielleicht auch zu vermitteln.

00:06:45: Genau, dass die Familie erst mal ankommen kann.

00:06:47: Weil es ist ein neuer Mensch auf die Welt gekommen.

00:06:50: Dieser Mensch wird von seinen Eltern oder auch von der Familie.

00:06:55: Es sind ja nicht immer nur Mama und Papa.

00:06:57: Es gibt andere Lebenspartner.

00:06:59: Dass man eine Partnerin hat, die dabei ist.

00:07:01: Oder auch manchmal kommt die Mutter mit in sehr seltenen Fällen der eigene Vater.

00:07:06: Aber dass dieses Kind im Rahmen der neu werdenden Familie eben ankommen kann.

00:07:12: und sowohl die Eltern als auch das Baby sich gegenseitig kennenlernen dürfen.

00:07:17: Ja, sie sagten ja Eingangs, man weiß ja letztlich nie genau, wie eine Geburt verläuft.

00:07:25: Das Baby redet da ja auch eine ganze Menge mit dabei.

00:07:28: Und die Natur.

00:07:31: Aber sie versorgen ja Risikogeburten auch oder Risikoschwangere.

00:07:38: Was fällt alles unter eine Risikoschwangerschaft?

00:07:41: Wir haben immer zwei Menschen und den Mutterkuchen.

00:07:48: Auf jeder dieser drei Ebenen kann es Probleme in der Schwangerschaft geben.

00:07:53: Entweder, dass die Mutter schon vor der Schwangerschaft Erkrankungen mitbringt, wie Herzerkrankungen oder Zucker, also Diabetes oder auch Bluthochdruck.

00:08:03: ein seltener Manierenerkrankungen, aber letztlich jede Vorerkrankung, rheumatische Erkrankungen.

00:08:10: All das kann zu Problemen in der Schwangerschaft führen, so dass wir dann immer beide im Blick haben müssen, Mama und Baby und die Versorgung des Babys.

00:08:19: Dann gibt es natürlich Probleme im Mutterkuchenbereich, dass der sich in der Frühschwangerschaft nicht richtig ausbildet und es im Schwangerschaftsverlauf zu einer Unterversorgung kommen kann.

00:08:29: so dass wir dann die Kinder im Wachstum zurückbleiben oder auch Stress bekommen können.

00:08:34: Über die Nabelschnur, dass die Versorgung nicht mehr optimal ist, da müssen wir dann den richtigen Zeitpunkt finden, wann das Kind besser entbunden wird.

00:08:42: Und dann, der letzte Teil ist eben das Baby selber.

00:08:45: Dass es ja auch mal selten angeborene Erkrankungen bei den Kindern geben kann, die dann eben auch zu Problemen führen können.

00:08:54: Ja, sodass man wahrscheinlich zu jedem Moment flexibel reagieren können muss, oder?

00:09:01: Also das ist eben das Besondere in der Geburtshilfe, dass wir verschiedene, also ich will jetzt nicht Patienten, weil eine gesunde Schwangere ist keine Patientin, aber eben, dass wir verschiedene Menschen betreuen müssen und auf alle, alle im Blick haben müssen halt.

00:09:18: Genau, dass wir da eben, also dass der Wunsch natürlich ist, dass die Schwangerschaft und Geburt gut verlaufen, was in achtzig Prozent auch der Fall ist, dass alles normal läuft und wir das nur begleiten dürfen.

00:09:31: Aber eben wenn Probleme auftreten, dass wir dann das eben möglichst auch den Eltern nahe bringen können, dass das Verständnis da ist und das eben dann an bestimmten Punkten Die Wunsch nach einer normalen Geburt eben nicht immer ermöglicht.

00:09:47: möglich werden kann.

00:09:49: Ja, das heißt, wenn die Mutter ihrerseits Erkrankung mitbringt, dann werden sie sie wahrscheinlich von vornherein auch an entsprechende Untersuchungen, werden dann nicht überrascht sein und sehen, das ganze Haus ist ja hinten dran.

00:10:03: Das ist ja das, was Sie auch sagten.

00:10:05: Sie haben die Spezialisten alle an Bord.

00:10:07: Genau, und wir selber sind auch in der Klinik spezialisiert für die Risikogeburtshilfe.

00:10:12: Das heißt, wir bieten auch die Prenataldiagnostik an, also spezielle Ultraschall.

00:10:17: Untersuchungen, sowohl erst mal nur zum Gucken, ob alles in Ordnung ist, aber auch wenn Kinder jetzt Auffälligkeiten haben und der Mutter kuchen, dass wir sie dann während der Schwangerschaft im Verlauf immer wieder sehen und wenn nötig auch schon Gespräche mit Kinderärzten oder Neurochirurgen oder was auch immer notwendig ist, dann herstellen.

00:10:37: Oder wenn Baby eine Lippenkiefer-Gaumenspalte hat, dass die Familie dann schon mal den Kollegen aus der Abteilung kennenlernt und dort auch die Operation schon im Vorfeld mal erklärt wird, dass sie weiß, was dann nach der Geburt auf das Baby und sie zukommen im Verlauf.

00:10:53: Ja, genau.

00:10:54: Der Kontakt zur Mutter dabei ist auch wichtig.

00:10:57: dass man viel miteinander redet und kommuniziert.

00:11:00: Unser Wunsch wäre, und das versuchen wir eben auch herzustellen, dass wir eine gute Bindung bekommen, dass eine Vertrauensbasis entstehen kann, weil das ist die Voraussetzung.

00:11:10: Wenn auch Probleme sind, dann muss man ja ein bisschen die Verantwortung abgeben.

00:11:16: Und das ist auch nicht immer einfach zu sagen, die Ärzte beraten mich jetzt in dem, was für mich wirklich und für das Baby vor allen Dingen besser ist.

00:11:25: Und Ziel, denke ich, bei einem ist, dass es Mama und Kind hinterher gut geht.

00:11:29: Und wenn es den gut geht, dann ist auch viel mehr möglich an Bonding.

00:11:34: Ja, aber auf eines wollte ich noch zu sprechen kommen.

00:11:37: Beckenendlage.

00:11:38: Ich glaube, das passiert nicht oft, oder?

00:11:41: sind ungefähr vier bis sechs Prozent der Kinder nach der sechsten dreißigsten Schönerchaftswoche, die falsch rum auf dem Popo sitzen.

00:11:48: Von Natur aus ist das erst mal nur eine Variante, also eine Lagevariante.

00:11:52: Es ist eigentlich egal, ob das Baby mit dem Köpfchen oder dem Popo vorangeht.

00:11:57: Unsere Aufgabe ist dann erst mal zu gucken, gibt es eine Ursache dafür, was selten mal sein kann, dass es eine angeborene Fehlbildung der Gebärmutter gibt, die so herzförmig dann ist, die verhindert, dass das Baby sich richtig rumdrehen kann.

00:12:11: und die ihnen dann in dem Moment auch eine normale Geburt verhindern würden.

00:12:16: Wenn aber alles gut ist, wenn es dem Baby gut geht, das normal und auch proportioniert gewachsen ist, wenn es keine Risiken gibt, dann sind wir sehr gerne auch, begleiten wir die werdende Mutter dann auf dem Weg einer Normalgeburt bei Beckenentlage, die im Prinzip nicht anders verläuft, als wenn das Kind richtig rum mit dem Köpfchen

00:12:36: und nicht.

00:12:38: Der Versuch ist erst mal eine normale Geburt, ohne Kaiserschnitte anzumachen.

00:12:43: Das bieten wir gerne an.

00:12:45: Die Schwangere oder die werdende Mutter muss sich wohlfühlen dabei.

00:12:48: Wir bieten auch Wendungsversuche an.

00:12:51: Das heißt, dass wir vorher versuchen, das Baby in die richtige Position zu verhelfen.

00:12:56: Dies gelingt in ungefähr der Hälfte der Fälle, kann man sagen.

00:12:59: Ist das manuell?

00:13:00: Ja.

00:13:01: Da wird der Bauch von außen.

00:13:03: Also man fasst den Puppo vom Baby, schiebt den aus dem Becken und versucht, dann das Kind rumzubitten.

00:13:08: Manche Kinder kämpfen aktiv gegen uns an, das heißt, dass sie sich so richtig durchstrecken, dann funktioniert es nicht.

00:13:15: Bei manchen Kindern geht es sehr einfach.

00:13:18: Das muss man ausprobieren, das ist immer ein Versuch einer Wendung.

00:13:22: In Gespräch mit der Mutter, was für sie gut

00:13:24: ist.

00:13:25: Gut.

00:13:26: Und nachher kommen die Kinder dann zur Welt.

00:13:28: Und gibt es dabei Ihnen in den Stationen auch so einen großen Bilderkasten, wo dann die Fotos von den Babys alle in eine so ein Ding gepinkt sind?

00:13:39: Wir haben im Kreis seine Tafel, wo die Eltern dann selber auch den Namen und die Geburt draufschreiben dürfen für den Monat.

00:13:47: Aber Fotos haben wir jetzt nicht.

00:13:49: Okay.

00:13:49: Vielen Dank für das interessante Gespräch.

00:13:51: Ja, danke schön.

00:13:53: Und wir sehen uns wieder auf www.astlepios.com, auf Facebook und auf YouTube oder im nächsten Podcast.

00:14:00: Werten Sie gesund!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.