Gebärmutterkrebs und Eierstockkrebs: Die häufigsten Unterleibstumore
Shownotes
Dr. Sonko Borstelmann Chefarzt der Gynäkologie Asklepios Klinik Altona in Hamburg https://www.asklepios.com/altona/abteilungen-spezialistinnen/spezialistensuche/profil/dr-med-sonko-borstelmann-36838
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00:00:00: Gebärmutterkrebs und Eierstockkrebs, die häufigsten Unterleibstumore.
00:00:05: Guten Tag und herzlich willkommen zur Klinik Sprechstunde!
00:00:09: Dem Asklepios Gesundheits Podcast mit Kirsten Kahler und Ärztinnen und Ärzten der Asklepeos-Kliniken.
00:00:18: In Deutschland erkranken jährlich knapp dreißigtausend Frauen an bösartigen Tumoren der Unterlebsorgane.
00:00:24: Das Endometriumkarzinom und Eierstockkrebs sind die häufigsten gynäkologischen Krebsarten, beide lassen sich gut behandeln, sagt Dr.
00:00:33: Sonko Bostelmann.
00:00:35: Er ist Chefarzt der Gynäcologie an der Astlepios Klinik Altona.
00:00:39: Starten wir mit dem Endometriom Karzinom!
00:00:41: Wo genau ist das Endometrien?
00:00:43: Das Enometrium ist die innere Schleimhaut der Gebärmutter, also in der Gebäermutter drinnen.
00:00:48: Die Schleimmhaut und dort können Auffälligkeiten entstehen und diese Auffählichkeiten gehören abgeklärt.
00:00:58: Ist das der häufigste Krebs?
00:00:59: Unterleibskrebs bei der Frau?
00:01:01: Das ist schon der häufigsten Krebs ja!
00:01:03: Das ist der häufigst unterleibskrebs der Frau.
00:01:07: Und betroffen ist die Schleimbhaut aber nicht... Wie kann man das abgrenzen gegen andere Unterleibskrebsarten?
00:01:17: Da gibt es ja auch noch den Gebärmutter-Hals.
00:01:20: Und so etwas, aber darüber reden wir jetzt nicht.
00:01:22: Genau also die Gebärmutter hat verschiedene Funktionseinheiten einmal den Gebäermutter- Hals Das ist vor allem durch HPV, also durch ein Virus induzierte Erkrankung und bei der Gebärmitterschleimhaut.
00:01:34: Es ist anders dies Jahr in der Gebärenmutter drinnen und der Krebs wächst dann meistens in die Muskulatur rein.
00:01:42: Das klingt ja gefährlich.
00:01:43: Das ist es auch und deswegen sollte man sich dahingehend, auch wenn man Probleme hat, wenn man Beschwerden hat untersuchen lassen von der Frauenärztin und im Bedarfsfall leitet die dann zu uns weiter in unsere Klinik und wir behandeln das dann fach-und sachgerecht.
00:02:02: Was für Beschwerde?
00:02:03: Blutung, Blutungen nach den Wechseljahren.
00:02:06: Also wenn jemand siebzig Jahre alt ist, sechzig Jahre old ist das ist so das häufigste Erkrankungsalter und es dann zu einer Postmenopausalenblutung kommt sollte man die Frauenärztin aufsuchen.
00:02:18: Die wird in der Regel eine Untersuchung durchführen und basierend auf dieser Untersuchungen eine Verdachtstiagnose stellen.
00:02:26: Dann kann die Patientin zu uns kommen mit der Einweisung und wir würden dann ebenfalls noch eine weitere Untersuchung machen.
00:02:33: Und wenn wir auch den Verdacht haben, dass dort eine Neubildung in Gange ist, würden wir dann eine weitere Diagnostik veranlassen.
00:02:42: Die Diagnostic ist eine Gebärmutter-Spiegelung zusammen mit einer Ausscharbung, mit einer fraktionierten Abrasio.
00:02:48: Also man proben entnimmt, die dann untersucht werden.
00:02:55: histologische Untersuchung wird dann die Diagnose gestellt.
00:02:58: Ja, ich möchte noch mal zurückkommen auf das Alter der Frau weil man immer so sagt Postmenopausal was ja nicht immer so einfach für einen selber eigentlich feststellbar ist muss ich sagen.
00:03:10: Blutungen über fünfzig sind für mich ein Alarm oder Blutung über sechzig?
00:03:15: Ja, auf jeden Fall.
00:03:17: also Blutungs nach den Wechseljahren sollten nicht mehr sein.
00:03:20: aber natürlich haben auch jüngere Patienten können auch dieses Karzinom bekommen und deswegen ist es auch wichtig, dass man in die Vorsorge geht um dann in einem möglichst frühen Stadium detektiert zu werden.
00:03:34: Ja das heißt mit Anäboten entdeckt wird es... Also müsste, nein, das ist eine Frage.
00:03:41: Müsste es entdeckt werden wenn ich einmal im Jahr schön brav zu meinem Frauenarzt gehe?
00:03:46: Das ist ne gemeine Frage aber...
00:03:48: Ja, aber jeder ist der Ort um entdeckt zu werden.
00:03:50: Ist
00:03:51: idealerweise ja!
00:03:52: Idealerweise ja natürlich.
00:03:55: Wenn ich dann also zu Ihnen komme Sie haben jetzt gesagt man macht so eine Spiegelung
00:04:00: d.h.,
00:04:01: man guckt sich das von innen an und man macht auch eine kleine Gewebeprobe was kann man an dieser Gewebeprobe feststellen?
00:04:08: Die Gewebeprobe wird untersucht in der pathologischen Abteilung und da kann man dann diagnostizieren, ob das wirklich krebs ist oder nicht.
00:04:18: Oder auch nur eine mögliche Vorläuferlesion.
00:04:21: Und wenn wir diese Diagnose haben, würden wir die weiteren Schritte mit der Patientin planen.
00:04:27: Was können Sie denn noch alles an dieser Gewebeprobe
00:04:34: vorstellen?
00:04:35: Es ist jetzt verhältnismäßig neu, dass auch die molekulare Biologie untersucht wird.
00:04:40: Und dahingehend gibt es einmal die Histologie und die Molekularbiologie.
00:04:47: Zusammenfassend kann man die Aggressivität des Tumors schon im Vorwege darüber klassifizieren?
00:04:54: Ja!
00:04:56: Die Aggressativität des Krebses entscheidet dann worüber?
00:05:00: Zum Beispiel über die Behandlungsoptionen Wie ausgedehnt die Operation sein sollte.
00:05:08: Ist denn das eigentlich landhäufig gesagt, ist das ein schneller Krebs oder ein langsamer Krebs?
00:05:14: Die meisten Endometriom-Krazinome wachsen, fehlten sich langsam und haben eine fehlte bis ich günstige Prognose und werden auch in den frühen Stadien in der Regel diagnostiziert.
00:05:27: Das heißt natürlich, dass wenn Sie dann in dieser ersten Spiegelung auch noch feststellen können wie aggressiv er nun wirklich ist.
00:05:35: Dass man dann noch eine viel größere Möglichkeit hat davon zu heilen kann man das ja?
00:05:42: Ja also der nächste Schritt wäre danach die Operation.
00:05:46: Die wird bei uns minimalinversiv durchgeführt in der Regel.
00:05:49: Das kann man über die konventionelle Endoskopie machen und aber auch Roboter gestürzt.
00:05:56: Dabei wird die Gebärmutter und die Eierstücke entfernt.
00:05:58: Man muss sagen, das ist ja so eine Funktionseinheit mit dem gleichen Abflussgebiet.
00:06:04: Und zusätzlich ... Die Wächter-Lymphknoten-Technik wird ebenfalls eingesetzt also der Wächternlymphknote, die erste Lymphabflussbahn wo sozusagen das Geh ... Also die Blutversorgung ins System reingeht.
00:06:17: Das wird ebenfalls in der Regel entfernt und dann hat man ja im Endeffekt die Gebärmutter oder der Pathologe hat die Gebäermutter in der Hand, kann dann untersucht werden und dann wird das definitive Tumor Stadium festgelegt.
00:06:34: Und so erfolgt eine Stratifizierung ob die Patientin in einem Niedrigrisiko-Kollektiv ist oder im sehr hohen Risikokollektive und dann gehen wird dann weiter entschieden welche oder ob eine weitere Therapie von Nöten ist und wenn ja welche.
00:06:54: Also das heißt mit anderen Worten raus muss das Tumorgewebe auf jeden Fall, aber man entscheidet dann danach, wenn man also genau weiß wie stark ausgedehnt es auch ist oder wie sich dieser Krebsverhalten wird, ob man noch nicht Chemo macht oder Bestrahlung wahrscheinlich?
00:07:16: Genau, genau.
00:07:18: Das Beste und was auch sehr häufig vorkommt ist die Patienten dann mit dieser Therapie sozusagen keine weitere adjuante Therapie benötigen.
00:07:27: aber es gibt auch Fälle wo der Krebs schon weiter fortgeschritten ist oder bestimmte Aggressivitätsfaktoren zeigt dass man dann doch sagt lieber eine Bestrahlung oder nicht Chemotherapie oder eine weitere antikörpergerichtete Therapie.
00:07:42: Ja diese Bestrahlungen kann man ja sogar schon von innen machen.
00:07:46: Genau, da gibt es verschiedene Techniken von innen oder durch den Bauch.
00:07:50: Ja genau.
00:07:53: Kann man was sagen über Heilungschancen?
00:07:55: Es ist stadienabhängig, da die meisten Patientinnen in frühen Stadien direkt nossiziert werden und häufig das Endometriunkazinum eine Verhältnis wie sich gute Prognose hat sind wir da sehr zuversichtlich.
00:08:09: Wir wollen doch über eine andere Krebsart reden und das ist der Eierstockkrebs.
00:08:15: Was charakterisiert denn den?
00:08:18: Ja, der Eirstockkrebs wird nicht mehr in einem frühen Stadium in der Regel klassifiziert oder entdeckt sondern meistens wenn sozusagen ein Tumoraussatz schon in die Bauchhöhle stattgefunden hat.
00:08:35: Das Abdom, also der Bauchumfang vermehrt sich aufgrund von Bauchwasser.
00:08:39: Es bildet sich Bauchwasser bedingt durch den Tumor und das ist letztendlich auch das Leitsymptom der Patientin.
00:08:48: Also sie merkt, dass der Bauchenfang nimmt zu zusätzlich abdominale Beschwerden volle Gefühle man merkt irgendwas stimmt nicht und dann sollte man auf jeden Fall zum niedergelassenen Kollegen gehen, also zur Frauenärztin und auch zum Allgemeimiliziner.
00:09:04: Das häufigste ist das dann Bauchwasser.
00:09:07: gesehen wird über eine Ultraschalluntersuchung die durch den Bauch durchgeführt werden kann aber natürlich auch durch die Scheide.
00:09:13: Häufig sieht man dann auch schon Tumoranteile und dann ist auch der nächste Weg sozusagen unsere Sprechstunde.
00:09:21: Wir würden die Patientin dann auch untersuchen und weitere Diagnostik im Sinne eines CTs veranlassen.
00:09:28: Ja noch mal zurück zu dem Bauchwasser, also dieser Acetes kann man glaube ich als Patientin schon sehr gut unterscheiden von einfach zu viel Speck oder?
00:09:40: Es ist schwierig das ist ja immer wie, ich meine wie sensibel ist man mit sich selber.
00:09:44: Aber
00:09:47: ich glaube es fühlt sich schon anders an Und Sie sagen ja, es gehört auch unwohl sein dazu.
00:09:52: Genau!
00:09:53: Nicht immer aber fährt es mich häufig.
00:09:57: Man hat ja auch so ein Gefühl für sich was geht's einem gut?
00:10:00: oder merkt man da stimmt irgendwas nicht.
00:10:02: Ja genau.
00:10:05: Es ist ein aggressiver Krebs?
00:10:07: Ja das ist ein sehr aggressiver Krebs und wir sind froh dass da die Medizin also gut vorangekommen ist und wir verschiedene weitere Therapieoptionen bekommen haben, um unsere Patienten gut behandeln zu können.
00:10:20: Und mittlerweile muss man auch beim Eierstockskriebs wirklich von Langzeit-Überleberinnen sprechen durch eben die verschiedenen Therapiesäulen.
00:10:28: Die Basis ist natürlich die operative Therapie.
00:10:31: das Ziel ist den Tumor komplett zu entfernen eine sogenannte Rnulre Sektion herzustellen und dann eine Chemotherapie zu geben und im Anschluss eine Haltungstherapie
00:10:42: Eine Erhaltungste.
00:10:43: Ja, aber erstmal, also angenommen ich hätte den... Mein niedergelassener Gynäkologe, meine Gynakologin hätte den verdacht das es sich bei mir um Eierstockkrebs handeln würde und ich würde dann zu ihnen kommen was würde dann passieren?
00:11:01: Wir würden sie nochmal untersuchen, ein CT machen und dann im Zusammenschau der Befunde das weitere besprechen.
00:11:08: Das kommt natürlich an was wir im CT sehen ob es ein sehr fortgeschrittenes Karsinom oder ob ist lokal auf dem Bauchraum oder sogar nur auf den Beckenraum begrenzt ist.
00:11:21: Und werden Sie denn auf jeden Fall operieren?
00:11:28: Die Operation ist auf jeden Fall die beste Möglichkeit und man sollte es auch so zeitnah wie möglich durchführen.
00:11:36: Bei manchen Patientinnen, das ist so dass sie schon fortgeschritten Erkrankungen haben wenn zum Beispiel auch in der Lunge im Mediastinum etwas ist.
00:11:48: da muss man so eine Operation natürlich immer gut bedenken.
00:11:52: Es ist ein multiviszerale Resektion.
00:11:56: Das ist auch nicht nur was wir können, sondern auch was die Patientin mitgeht.
00:12:00: Ja genau also was da sozusagen noch die optimale Lebensqualität nachher auch möglichst lange gut macht und das
00:12:08: hält.
00:12:10: Diese Operation wenn sie operieren Was würden Sie dann rausnehmen aus dem Körper?
00:12:17: In der Regel ist es eine Längslaparotomie, also ein Bauchsschnitt.
00:12:21: Dort würden Eierstöcke, Gebärmutter und sämtliche Tumoranteile, die man sieht, entfernt werden.
00:12:27: Das Omentomaius, das sind Fettschürze, die ausgehend vom Magen über ... über dem Gedärm hängt, die würden wir entfernen und das Ziel ist es eine komplette Tumoresektion zu machen.
00:12:41: Und wir machen das auch in Kombination mit unseren Chirogen weil es sein kann dass Darmanteile befallen sind und man halt multiviszeral operieren muss.
00:12:50: interdisziplinär und dafür sind wir sehr gut aufgestellt.
00:12:54: Wir haben gute Intensivmedizin, wir haben eine exzellente Chirurgie und noch eine gute operative Gynäkologie.
00:13:03: Sie sprachen vorhin von Erhaltungstherapie danach.
00:13:08: Was heißt Erhaltungstherapie?
00:13:11: Im Anschluss nach der Chemotherapie und auch parallel zur Chemotherapien werden weitere Medikamente gegeben zum Beispiel das Beavacizumab, dass dazu führt, dass der Tumor eben die Blutversorgung genommen wird und somit werden auch Schläferzellen eliminiert.
00:13:29: Und des Weiteren gibt es auch den Papinibitor, der auch in bestimmten Situationen gegeben wird und beide Medikamente werden über eine längere Zeit nach der Chemotherapie weitergeben oder können weitergegeben werden im Anbetracht des histologischen Befundes.
00:13:44: Das muss man dann genau selektieren, ob das für die Patienten ein Benefit ist?
00:13:50: Das heißt also es geht da nicht mehr so sehr um eine Chemotherapie, die alle verdächtigen Zellen mit allen Nebenwirkungen, die man ja auch so hat eliminiert sondern es geht um welche speziell die Tumorzellen angreifen.
00:14:07: Es ist eine zielgerichtete Therapie Vor allem der Papinibitur.
00:14:14: Der führt letztendlich dazu, dass die DNA-Replikation also die Reparaturmechanismen in der Tumorzellen unterbunden wird und dadurch sterben dann diese Zellen selektiv.
00:14:28: Wie ist da letztlich die Prognose mithilfe dieser neuen Therapien?
00:14:33: Auf jeden Fall deutlich besser als vorher muss man sagen weil Eierstoßkrebs ja wirklich die Erkrankung Die Damen sehr schnell gestorben sind und heutzutage leben sie deutlich länger.
00:14:48: Und nach der OP direkt, wie schnell bin ich wieder zu Hause?
00:14:52: Ungefähr sieben bis zehn Tage.
00:14:55: Dann ist man wieder zuhause.
00:14:58: Vielen Dank für das interessante Gespräch!
00:15:00: Ich bedanke
00:15:10: mich.
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