Parkinson: Symptome, Dopaminmangel und Risikofaktoren
Shownotes
Parkinson beginnt häufig schleichend. Bewegungen werden langsamer, Muskeln steifer oder eine Hand beginnt zu zittern. Doch Parkinson kann auch ohne Zittern auftreten. Welche frühen Symptome gibt es, wie wird die Erkrankung diagnostiziert und welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung? Prof. Dr. David Weise, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Schmerztherapie am Asklepios Fachklinikum Stadtroda erklärt, wie Parkinson entsteht, woran sich die Erkrankung erkennen lässt und welche Therapien die Lebensqualität verbessern können.
Neben typischen Symptomen wie Zittern (Tremor), Muskelsteifigkeit (Rigor) und Bewegungsverlangsamung können auch Riechstörungen oder Verstopfung frühe Anzeichen sein. Entscheidend ist eine sorgfältige neurologische Untersuchung, um Parkinson von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden zu unterscheiden. Zur Behandlung kommen unter anderem Medikamente wie Levodopa und Dopaminagonisten zum Einsatz. Wenn deren Wirkung im Krankheitsverlauf nachlässt oder schwankt, können für bestimmte Patienten auch Parkinson-Pumpen oder die tiefe Hirnstimulation (THS) infrage kommen.
Welche Therapie geeignet ist, hängt vom Krankheitsverlauf, den Beschwerden und den individuellen Bedürfnissen ab. Ziel ist es, Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.
Prof. Dr. David Weise, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Schmerztherapie am Asklepios Fachklinikum Stadtroda: https://www.asklepios.com/konzern/standorte/expertensuche/profil/prof-dr-med-david-weise-21919
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Transkript anzeigen
00:00:01: Wie kann man Parkinson
00:00:02: präzise
00:00:03: diagnostizieren und behandeln?
00:00:05: Guten Tag.
00:00:06: Und herzlich willkommen zur Klinik Sprechstunde, dem Asklepios Gesundheits Podcast mit Kirsten Kahler und Ärztinnen und Ärzten der Asclepios-Kliniken.
00:00:19: Was passiert bei Parkinson im Gehirn?
00:00:23: Also Parkinson ist ja eine neurodegenerative Erkrankung.
00:00:26: das heißt da gehen Zellen über die Zeit langsam kaputt Und bei Parkinson ist es so, dass das Zellen sind die in einem bestimmten Areal im Gehirn zu finden sind.
00:00:38: Die produzieren Dopaminen und Kennzeichen der Erkrankungen ist eben, dass diese Zellen langsam kaputt gehen und damit über die Zeit immer weniger Dopamin dem Gehirnen zur Verfügung steht.
00:00:48: Aha!
00:00:48: So dass das also Auswirkungen dann hat auf die Bewegung zum Beispiel?
00:00:52: Genau!
00:00:53: Das ist ja sagen wir mal wie man die Krankheit kennt, dass die die Bewegungen verlangsamt sind.
00:00:59: sogenannte Kardinalsymptom.
00:01:01: Bewegungsverlangsamungen, dass die Bewegungsamplituden kleiner werden.
00:01:06: Arm wird zum Beispiel nicht so mitgeschoben beim Laufen, das kann ein fröes Zeichen sein.
00:01:10: Dann ganz typisch auch die Erhöhung der Muskelspannung nennt man auch Rigor, nennen wir Mediziner das.
00:01:17: Das können wir testen, indem wir den Arm durchbewegen und spürt man das.
00:01:21: Der Patient bemerkt es manchmal als Schmerz.
00:01:24: Und dann das dritte Symptom, welches alle Patienten kennen ist das Zittern eben.
00:01:30: So genannte Tremor.
00:01:33: Das sind Symptome die entstehen weil Dopamin im Gehirn fehlt.
00:01:37: Wer kriegt das?
00:01:39: An sich kann jeder Mensch das kriegen.
00:01:44: Es gibt seltene, man findet immer mehr, Gene Veränderungen, die das machen können.
00:01:51: aber Aktuell gehen wir davon aus, dass es schon vor allem Umweltfaktoren sind die das Ganze eigentlich mit begünstigen können.
00:01:58: Umweltverschmutzung?
00:01:59: Umweltverschmutzung ist ein Faktor und weiß zum Beispiel des Menschen in großen Städten einen höhere Risiko haben Parkinson zu bekommen.
00:02:08: Andererseits Menschen, die auf dem Land leben, haben ein höheres Risiko wenn sie mehr mit Pestiziden zu tun haben zb.
00:02:14: Also Pestzide sind etwas... Das weiß man alle sehr gut.
00:02:17: Das Risiko Parkinson zu bekommen deutlich erhöhen.
00:02:20: Gibt es auch andere Systemische Erkrankungen, die sowas zutage fördern können.
00:02:26: Stoffwechselkrankheiten?
00:02:27: Ja also zum Beispiel die Zuckerkrankheit was ja ganz häufig ist.
00:02:30: Diabetes erhöht auch das Risiko.
00:02:34: man darf immer nicht vergessen dass sind immer relative Risiken das heißt all das zusammen erhöhtes risiko ein bisschen.
00:02:41: es ist immer noch so wenn wir uns in der Bevölkerung gucken.
00:02:45: bei den fünfundsechzigjährigen zum beispiel hat Ein Prozent Parkinson, aber immerhin schon ein Prozent.
00:02:50: Bei den achtzigjährigen sind es schon drei Prozent und umso älter wir sozusagen werden, umso größer wird das Risiko auch dass man Parkinson bekommt.
00:02:58: Ja, welche Rolle spielt Bewegung?
00:03:02: Also Bewegungen spielt an mehreren Stellen eigentlich der Erkrankung eine ganz große Rolle, und zwar vor der Erkrankung bevor sie ausbricht, aber auch im Verlauf der Ererkrankungen.
00:03:12: Und Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor Parken und zu entwickeln.
00:03:18: Bewegungsmangel ist für ganz viele Erkrankungen, andere Erkränkungen auch schlecht, das wissen wir ja aber eben auch für Erkran- kungen wie die Nervenzellen betreffen.
00:03:25: Das sollte ja bedeuten dass durch Bewegungsmangel diese Dopamin erzeugenden Zellen zugrunde gehen?
00:03:32: Den genauen Mechanismus kennt man eigentlich nicht also es gibt da keinen ganz direkten Zusammenhang, also das ist wahrscheinlich deutlich komplexer.
00:03:40: Aber um es einfach runterzubrechen kann man sich so vorstellen wer rastet der rostet und dann rosten eben auch die Zellen ein und man hat weniger Dopamin zur Verfügung.
00:03:49: was ist tatsächlich so?
00:03:51: Ich möchte nochmal auf diese Symptome kommen.
00:03:53: wir haben das Zittern schon angesprochen.
00:03:55: viele Menschen denken dass das eigentlich das Hauptsymptom oder das Frühsymthom sei woran mein Partner in Sonne erkennen möchte.
00:04:01: denn jeder möchte möglichst früh erkennen dass es die Krankheit gibt.
00:04:05: Sagen wir mal, Parkinson oder Patienten, die einen Zittern am Anfang haben, die haben den Vorteil, das sie früher erkannt werden weil alle Menschen natürlich denken Mensch, Ziternis muss doch Parkinson sein.
00:04:17: und wenn einer dann Zitter dann denkt immer gleich Das ist doch Parkinson und wird sich vielleicht eher abklären lassen.
00:04:21: Jetzt hat ich schon gesagt Es gibt mehrere Symptome.
00:04:24: Die Bewegungsverlangsamung gibt's bei allen Patienten aber es gibt eben welche, bei denen das Zitter ganz klar im Vordergrund steht.
00:04:31: Die erkennt man eben auch früher.
00:04:33: Aber dann gibt es einen großen Teil, mindestens ein Drittel die Zittern überhaupt nicht und bei denen ist die Bewegungsverlangsamung und die Steifigkeit eigentlich das was im Vordergrund steht und sie werden in der Regel später diagnostiziert weil man's eben nicht so einfach bemerkt.
00:04:49: anderswo muss man sagen Nicht jedes Zitern is immer gleich Parkinson.
00:04:53: Das ist ja auch so'n Fehlschluss den viele Patienten haben.
00:04:57: Viele Patienten kommen zu mir mit einem Zitter und haben Angst vor Parkinson und dann stellt sich ganz häufig raus, dass das überhaupt kein Parkinson ist.
00:05:04: Und diese Diagnose wird wahrscheinlich nicht so einfach zu treffen sein oder?
00:05:10: Also ich meine erst mal abzugleichen kommt das Zittern von woanders oder was für eine Art Parkinson ist, wie machen Sie das diese Diagnosen?
00:05:18: Ja also das schöne sag' ich für mich als Neurologe, dass wir die Patienten Geschichte ganz ganz wichtig ist, die sogenannte Andamnese, was der Patient an Symptomen berichtet und dann die neurologische Untersuchung, wo wir die einzelnen Symptome sozusagen heraus untersuchen.
00:05:36: Und ich möchte aber nochmal auf die Anamnese, die Krankengeschichte zurück.
00:05:39: Da fragen wir eben ganz viel den Patienten, ob es möglicherweise andere Probleme auch gibt, die der Patient selbst gar nicht mit Parkinson in Verbindung gebracht hat?
00:05:48: Das sind die so einen nicht motorischen Symptomen, die es da gibt.
00:05:51: Also vielleicht kennt ihr ein oder andere die Riechstörung, dass Parkinson-Patienten nicht gut riechen?
00:05:56: Ja also wenig riechnen.
00:05:57: Wenig oder gar nicht mehr richtig riechen.
00:06:01: Oder auch falsch riechend, tatsächlich.
00:06:02: Das ist nicht richtig benennen können und diese Riechstörung ist etwas was typischerweise schon zehn bis fünfzehn Jahre bevor diese sogenannten motorischen Symptome über die wir gerade gesprochen hatten also mit Zittern Bewegungsverlangsamung eben auftreten können.
00:06:16: nur wenn jemand nicht gut riecht dann ist das meistens so dass es im Alltag gar nicht so sehr auffällt und deshalb würde man nicht zum Arzt gehen.
00:06:23: und es gibt viele Gründe warum ich gut rIECHEN kann.
00:06:25: Raucher rieche nicht gut zB alleine das wäre ein anderer Grund dafür.
00:06:29: Aber es gibt auch andere Symptome wie Verstopfung zum Beispiel.
00:06:32: Ganz, ganz häufiges Phänomen und nicht jeder der Verstoppfungen hat Krieg Parkinson.
00:06:36: aber das erhöht auch das Risiko später Parkinson zu bekommen.
00:06:41: Das Risiko oder die Wahrscheinlichkeit?
00:06:42: Also ist
00:06:43: ein sehr guter Punkt.
00:06:44: Es ist letztendlich die Wahrscheinlichkeit Parkinson zu bekommen
00:06:49: wegen des Bewegungsrückgangs also weil das immer schwerer wird sich zu bewegen.
00:06:53: Also da ist es eher so dass wir wissen dass die Parkinson Krankheit wahrscheinlich auch im Darm beginnt.
00:07:00: Wenn man sich also den Darm anguckt, die Zellen im Darmen... Da gibt es ja auch Nervenzellen, Nervengeflecht und da findet man auch die typischen Ablagerungen wie man sie eben gehören findet.
00:07:10: Und das führt dazu dass die Darmbewegungen tatsächlich auch langsamer werden und das ist dann Verstopfung.
00:07:16: Die Verstoppfung selbst ist nicht die Ursache der Parkinson-Krankheit dann sondern so ein Symptom.
00:07:22: Sie sagten, Patienten kommen zu ihnen und sind sich nicht sicher ob sie Parkinson haben.
00:07:28: Sie sind ja die einzige zertifizierte Fachklinik in Thüringen für diesen Bereich.
00:07:35: ist das dann sozusagen das Benefit dass ich habe, dass ich mich bei Ihnen diagnostizieren lassen kann?
00:07:41: Es ist so umso mehr Patienten man gesehen hat.
00:07:44: Umso besseres Gespür bekommt man davon.
00:07:48: Ich muss sagen, tatsächlich ist es ganz häufig so.
00:07:50: Patienten kommen zu mir zur Tür rein und ich weiß schon, dass sie Packingsunhaben haben.
00:07:55: Oh!
00:07:55: Ja?
00:07:55: Bei manchen Patienten sieht man's einfach sofort ... Weil man's an den Bewegungen schon sieht.
00:08:00: Also zum Beispiel die verringerte Mimik oder dass der Arm nicht richtig mitgeschwungen wird.
00:08:05: Natürlich dann wenn noch dieses Zittern dazu kommt dieser Ruhe-Tremor, also ein Zittern, der typischerweise dann auftritt, wenn der Arme entspannt sind... Dann kann man sich schon.
00:08:15: Es ist schon recht wahrscheinlich, dass es die Parkinson-Krankheit ist.
00:08:18: Es gibt eben auch andere Ursachen wie den essentiellen Tremor zum Beispiel.
00:08:23: oder jeder Mensch kann zittern wenn er nur aufgeregt ist
00:08:25: z.B.,
00:08:26: all das führt bei manchen aber schon zur Angst, es könnte eben Parken
00:08:30: und sein.
00:08:31: Wenn Sie's erkannt haben, dass das Parkinson isst Wie therapieren sie?
00:08:36: Ich würde vielleicht, wenn ich darf nochmal einen Schritt zurückmachen.
00:08:38: also wenn ich sozusagen die Diagnose stelle Keine Sorge.
00:08:42: Nicht immer so, ich sehe den Patienten und stell die Diagnose, sondern man muss schon ein paar andere Erkrankungen ausschließen.
00:08:47: Das ist wichtig weil es Symptome gibt, die eben nicht nur bei der Parkinson-Krankheit auftreten, sondern auch bei Parkinson ähnlichen Erkranken.
00:08:56: Die sehen sozusagen aus wie Parkinson sind aber nicht die Parkinson, die typische Parkinson Krankheit.
00:09:01: Und da möchte ich nur mal zwei Beispiele nennen.
00:09:04: das eine wäre Schlaganfälle.
00:09:07: Patienten, die viele Schlagan fällen in der Vergangenheit hatten möglicherweise noch nicht mal bemerkt, weil so kleine Durchblutungsstörungen sind über die Zeit.
00:09:16: Die können auch zu einer Bewegungsverlangsamung zum Beispiel führen, die können typischerweise zu einer Gangsstörung auch führen.
00:09:21: Die kann auch zu diesem Kleben bleiben in den sogenannten Freezingen und können sie auch führen.
00:09:25: Deshalb ist es wichtig bei der Diagnose Stellung einmal eine Schichtaufnahme vom Kopf gemacht haben.
00:09:30: Also das gehört unbedingt zur Diagnostik, zur Differenzialdiagnostika dazu.
00:09:34: Und was sehen Sie da?
00:09:35: Bei Parken von Krankheit?
00:09:37: Nichts!
00:09:37: Das heißt ein normales Gehirn sozusagen, aber man kann eben andere Dinge ausschließlich was anderes unbedingt einmal sich die Medikamente angucken.
00:09:46: Es gibt Medikamenten, die Symptome von Parkinson machen können.
00:09:51: Also Krankheiten, Medikamente, die man in der Psychiatrie einsetzt zum Beispiel sogenannte Neuroleptiker wenn Patienten schwere Schizophrenien z.B.
00:10:00: haben kriegen die starke Medikmente und sie können Symptomen wie bei Parkinson machen.
00:10:05: Und es kann tatsächlich so sein dass man die eben nicht unterscheiden kann, wenn man sie sieht und untersucht.
00:10:10: Ob das die Parkinson-Krankheit ist oder ob es die Medikamente bewirkt
00:10:13: haben.".
00:10:14: Dann wird es viele geben?
00:10:15: Viele Patienten eigentlich...
00:10:17: Genau!
00:10:17: Da gibt es tatsächlich gar nicht so wenige Patienten.
00:10:19: Und dann gibt es ein Verfahren.
00:10:21: Ein spezielles nuklearmedizinsches Verfahren wo man Patienten etwas spritzt und sich dann den Dopaminstoffhexel im Gehirn mit einer Kamera anguckt.
00:10:31: Das machen Nuklear Mediziner.
00:10:33: Das ist eine sehr teure Untersuchung.
00:10:35: Die kann ambulant gemacht werden.
00:10:38: Aber die braucht man nicht bei jedem Patienten zu machen, manchmal Fragenpatienten sagen sie von wegen mir warum krieg ich nicht diese eine Untersuchung?
00:10:44: Das Spekt heißt die Untersuchungen auch.
00:10:46: in der Regel braucht man die nicht.
00:10:47: aber gerade wenn Medikamente im Spiel sind oder bei dem Zittern doch nicht so klar ist es da jetzt auch mit Bewegungsverlangsamung dabei oder nicht dann kann die Untersuchtung sehr hilfreich sein.
00:10:57: also und das gibt noch weitere Untersuchenden die man typischerweise machen kann wie zum Beispiel ein Riechtest oder so, um die Diagnose noch zu sichern.
00:11:04: Es gibt schon einen diagnostischen Ablauf, um diese Diagnosik klarzubekommen.
00:11:11: Denn es ist ganz wichtig ... Sie fragte mich nach der Therapie.
00:11:15: Da steht eben ganz am Anfang.
00:11:16: Es muss klar sein, dass es die Parkinson-Krankheit ist und dann überlegen wir behandle ich gar nicht seltenes.
00:11:23: Patienten kommen zu mir und sagen, ich bin schlecht eingestellt oder bei mir wirken die Tabletten nicht.
00:11:30: Und wenn es immer die erste Frage ist, die Diagnose richtig.
00:11:33: Und diesen Gedanken muss man einmal machen und das mache ich regelmäßig bei den Patienten.
00:11:38: Ja.
00:11:39: Wenn sie dann zu dem Ergebnis kommen, ist es wirklich Parkinson?
00:11:41: Also es steht los mit Medikamenten oder?
00:11:44: Genau!
00:11:46: Es stand heute leider so, dass es keine Therapie gibt, die die Krankheit aufhalten kann.
00:11:52: Das ist erst mal was Betrübliches, da kann ich aber sagen... Da wird intensive Forschung betrieben, Medikamente entwickelt, die das tun können werden und sie werden kommen.
00:12:03: Das wird noch dauerhaft, aber die werden
00:12:04: kommen.".
00:12:05: D.h.,
00:12:06: jetzt ist die Basis der Therapie letztendlich Tabletten nämlich, dass Dopamin ersetzen.
00:12:13: Dopamin fehlt.
00:12:13: also müssen wir irgendwie Dopamin in den Körper reinbringen.
00:12:17: Und entscheidend ist übrigens ob der Patient beeinträchtig ist.
00:12:21: Also ist die Lebensqualität beinträgt oder ist ihr das gar nicht?
00:12:25: Ein Patient dem es gut geht und nur ich sehe er hat Parkinson Den muss man vielleicht gar nicht unbedingt behandeln.
00:12:32: Ach so, weil man ja sowieso nicht aufhalten kann... Genau!
00:12:35: Man verpasst keinen Zeitpunkt meinst
00:12:37: du?
00:12:37: Man verpaßt keinen Zeitpunkt.
00:12:40: trotzdem ist es so das weiß man und so sind die Empfehlungen schon möglichst auch früh zu behandeln um sogenannte Komplikationen zu vermeiden.
00:12:47: also wenn der Patient zum Beispiel ein bisschen humpelt kann er sagen achts macht mir gar nicht so viel.
00:12:52: aber wenn er stolpert und sich eine Oberschenkel bricht dann hat doch ein Problem Und deshalb möchte man schon vorsorglich die Patienten möglichst gut beweglich halten.
00:13:01: Deshalb würde man auch eher früh behandeln, aber es ist immer wichtig zu wissen was erwartet als Patient?
00:13:07: Was ist sozusagen mein Leidensdruck?
00:13:09: und dann setzt mir typischerweise unterschiedliche Formen von Tabletten ein.
00:13:13: Welche Arten von Medikamente gibt's da?
00:13:16: Also das beste Medikament und das bekannteste ist letztendlich das Levodopa.
00:13:22: Und Levodoppa ist die Vorstufe vom Dopamin.
00:13:25: Kurz zur Erläuterung, wenn man direkt den Botenstoff-Dopamin geben würde.
00:13:29: Der würde gar nicht aufgenommen werden aus dem Magnum.
00:13:31: Da würde sofort abgebaut werden und deshalb muss man eine Vorstufe geben die dann erst im Gehirn zu Dopaminen umgebaut wird.
00:13:38: Und da wissen wir das ist das bestwirksamste Medikament.
00:13:42: Das Problem ist dass es über die Zeit Nicht immer so gleich verlässlich wirkt und sogenannte Wirkschwankungen auftreten können über
00:13:51: den Tag hinweg über
00:13:52: den tag hinweg mal von Tag zu tag oder auch in der Nacht.
00:13:56: Das ist eine Unterbeweglichkeit, die der Nacht auftritt und das macht Levodopa etwas mehr als die anderen Wirkungsklassen, die ich gleich auch gerne noch berichten werde.
00:14:06: Trotzdem bleibt das Levodoba die best wirksamste und effektivste Therapie.
00:14:10: Das muss man immer sagen.
00:14:13: Denn die anderen Work-Klassen, denen es gibt... Die Große sind die sogenannten Dopaminagonisten und die heißen so weil sie da wirken wo Dopamin auch wirkt.
00:14:24: Das sind, die werden sozusagen nicht zu Dopamin umgebaut.
00:14:26: Sondern die wirken an den Rezeptoren, an denen auch das Dopamin wirkt und aktivieren die Rezepturen.
00:14:31: Und könnt dadurch Bewegung verbessern?
00:14:35: Nur diese Dopaminrezeptoren gibt es halt auch in anderen Arealen des Gehirns und können dadurch halt auch gewisse Nebenwirkungen mitmachen.
00:14:43: Nämlich!
00:14:43: Genau, das ist wirklich was ganz Wichtiges.
00:14:45: Und viele Patienten schlucken dann im ersten Moment aber eine ganz wichtige Nebenwirkung.
00:14:50: Das sind sogenannte Impulskontrollstörung.
00:14:52: Aha...
00:14:54: Impuls-Kontrollstörung bedeutet, dass man gewisse Impulse nicht mehr unterdrücken kann.
00:15:00: Da gehört zum Beispiel Glücksspiel dazu.
00:15:03: Jeder kennt das vielleicht erst mal gemacht hat zu sagen gezocken.
00:15:07: Man verliert und denkt, da ich verloren komme, einmal spiele ich noch, vielleicht gewinne ich?
00:15:12: Das kann mit den Medikamenten gestört sein.
00:15:14: D.h.,
00:15:15: man schafft es nicht mehr aufzuhören.
00:15:17: Patienten können viel Geld verlieren z.B.
00:15:19: Das kann sich auch in einer gesteigerten Sexualität äußern.
00:15:22: für den Partner sehr unangenehm sein.
00:15:24: Übrigens, alles Themen über die die Patienten nicht gerne reden aber deshalb red ich mit ihm ist da drüber weil es so wichtig ist ja auch wenn vielleicht Angehörige sich unser Interview jetzt mit anhören.
00:15:33: das ganz wichtig dass man ein bisschen dafür sensibilisiert wird und darüber muss man eben aufklären.
00:15:39: also wir müssen als Arzt darüber auf klären und häufig ist es so dass man diese Medikamente deshalb auch kombiniert also Dopaminagonisten zum Beispiel mit Levodopa zusammen.
00:15:48: Und das Dritte sind Medikamente, eine Medikamentengruppe sogenannte Enzymhämme mit der man erreicht, dass das Dopamin im Gehirn nicht so schnell abgebaut wird.
00:15:59: Wenn man nun ... also Levodopa ist ja, sagen Sie ja, das Mittel der Wahl.
00:16:04: aber ich glaube Das Problem ist es wird nicht so gut aufgenommen über den Darm oder?
00:16:10: Sagen wir mal so unser Darm ist sozusagen eine natürliche Barriere und damit Levodopa aufgenommen wird.
00:16:17: Das passiert nicht passiv, sondern mit einem Transporter und dieser Transporter, der transportiert auch Eiweiß.
00:16:24: Deshalb wenn Menschen Patienten die Medikamenten mit eiwaßhaltigen Produkten geben.
00:16:29: So viel kann das Medikamente nicht so gut aufgenommen werden.
00:16:31: Und genau deshalb der Magen-Darm tragt jetzt quasi eine natürliche Barriere.
00:16:36: Schluckstörung zum Beispiel.
00:16:36: Wenn die Medikanente oben hängen bleiben können sie gar nicht wirken oder wenn die Magen Passage verlangsamt ist Die Medikamente vom Magen nicht richtig in den Darm abgegeben werden dann können sie auch nicht wirken.
00:16:48: Und diese Probleme, dieses Magen-Damen-Traktis nehmen bei der Parkenzumkrankheit mit der Zeit zu.
00:16:53: Wir haben gesagt, das autonome Nervensystem ist ja mitbeteiligt?
00:16:56: Ja,
00:16:56: es wird auch langsamer
00:16:57: werden.
00:16:58: Entsprechend wirken die Tabletten auch nicht mehr so gut
00:17:01: über die Zeit?
00:17:02: Gibt's eine andere Möglichkeit, in den Körper reinzukriegen?
00:17:04: Genau!
00:17:05: Da gibt's letztendlich zwei andere Verfahren.
00:17:09: Das Eine sind die sogenannten Pumpenverfahren.
00:17:12: Das bedeutet, dass man ein Medikament über eine Pumpe kontinuierlich abgibt.
00:17:17: Bei den Tabletten habe ich noch gar nicht so viel erwähnt, aber mit der Zeit werden es ja immer mehr Tablette und die Patienten nehmen fünfzehn- zwanzig Tabletton über einen Tag genau getimt.
00:17:24: Der Vorteil der Pumppe ist, das wird gleichmäßig abgegeben.
00:17:27: Und da gibt's wieder auch zwei Arten, die einen pumpen wo die in den Darm das Medikamente abgeht also umgehen auf den Magen, umgeben umgehend die Speiseröhre
00:17:37: usw.,
00:17:38: aber das medikament wird in den Darmen abgegeben.
00:17:40: Und das zweite Prinzip ist, dass es eine Medikamente in die Haut abgegeben wird.
00:17:43: Da gibt's auch zwei unterschiedliche Präparate, die man einsetzen kann und dadurch den Magen-Darm-Trakt letztendlich
00:17:48: umgeht.".
00:17:49: Das klingt ja praktisch!
00:17:51: Mögen die Patienten das?
00:17:52: Das ist tatsächlich so, dass viele Patienten davor zurückschrecken.
00:17:58: Ich glaube, es kann auch jeder verstehen mit so einer Pumpe rumzulaufen.
00:18:01: Die vielleicht die anderen Menschen sehen hat immer was stigmatisierendes.
00:18:05: Ja.
00:18:05: Man muss sagen, die Pumpen sind mittlerweile sehr klein.
00:18:07: Die kann man auch verstecken.
00:18:08: Es gibt Westen... Also da haben sich die Firmen schon ein bisschen etwas überlegt?
00:18:12: Nichtsdestotrotz ist so dass viele Patienten das nicht so gerne mögen, muss man sagen.
00:18:16: Was würden sie denn raten?
00:18:18: Da muss ich mal sagen wie sehr sind Sie durch die Krankheit beeinträchtigt?
00:18:23: Wie sehr leiden Sie?
00:18:24: sozusagen wenn der Patient sagt Ich leide eigentlich gar nicht so sehr, dann kann die Pumpe gar nicht helfen.
00:18:30: Wenn die Patienten wirklich leiden, dann geben sie der Sache doch eine Chance.
00:18:35: und diese Möglichkeit gibt es gerade bei den Pumpen, die man unter die Haut gibt.
00:18:39: Das kann man mehr oder weniger von heute auf morgen einfach mal ausprobieren...
00:18:43: ...und auch wiederlassen!
00:18:44: Und auch wieder lassen und wieder mit Medikamenten arbeiten.
00:18:47: Dann kann man gucken wie gut kommt der Patient damit zurecht?
00:18:49: Mit dem Handling?
00:18:50: Man kann die Angehörigen ins Boot holen was ganz Wichtiges ist.
00:18:53: und wenn der Patient merkt Mensch, damit geht's mir viel besser Dann wird er vielleicht auch gewisse Dinge akzeptieren und sagen, na gut dann habe ich halt die Pumpe bei mir.
00:19:01: Aber ich profitiere eben davon.
00:19:04: Es gibt ja noch was anderes diese sogenannte tiefe Hirnstimulation?
00:19:08: Was ist das?
00:19:09: Genau!
00:19:09: Das ist nochmal ein ganz anderes Prinzip dass man letztendlich das Hirn direkt stimuliert Und das macht man indem Elektroden ins Gehirn eingeführt werden.
00:19:21: Das machen nicht wir Neurologen, sondern das machen unsere Kollegen der Neuroschirurgie.
00:19:24: Und zwar die stereotaktischen Neuros chirurgen.
00:19:27: Die ist also genau bemessen wo die Elektrode im Kopf hin muss und da muss man letztendlich durch die Haut, durch die Schädeldecke.
00:19:35: Das klingt erst mal martialisch.
00:19:37: Das Ganze passiert in der Kose so dass der Patient es an sich auch gar nicht bemerkt.
00:19:42: Man kann dann gewisse Zielstrukturen direkt stimulieren.
00:19:46: Wofür?
00:19:47: Also was...
00:19:49: Genau, man stellt sich so vor bei der Parkinson-Krankheit.
00:19:51: Dadurch das Botenstoffe, das Dupamin ist der wichtigste Botenstoff.
00:19:54: übrigens auch noch andere, das habe ich jetzt da halber mal weggelassen führt dazu dass es zum Ungleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Hirnarealen kommt.
00:20:02: in diesem Netzwerk wenn sie so wollen.
00:20:04: und dieses Ungleich Gewicht versucht man durch die Stimulation indem man nämlich ein überaktives Areal etwas dämpft wieder zu normalisieren wenn Sie so wollen.
00:20:14: Und das ist das Wirkprinzip.
00:20:16: Der Vorteil ist, dass man im Nachgang Wir haben die Elektroden und einen Stimulator, so muss man sich das vorstellen.
00:20:23: Von dem immer der Impuls kommt?
00:20:24: Ja.
00:20:24: Wie schnell oder wie stark die Impulse kommen kann man im Nachgang programmieren.
00:20:33: Da gibt es viele Möglichkeiten in der Programmierung ... Unter anderem auch, wenn die Elektrode nicht genau da liegt wo sie vielleicht liegen soll.
00:20:39: Wir reden hier Millimeterbereich.
00:20:41: natürlich kann man im Nachgang noch die Stimulation modulieren sagt man also Stimulationsfeld.
00:20:46: Also ist es so dass das unter Umständen falsche Reize erzeugt oder warum?
00:20:51: Es kann eben passieren, dass man Nebenwirkungen durch die Stimmung erzeugte.
00:20:54: Sie müssen sich vorstellen Gehirn sind ganz viele Nervenbahnen und wenn man jetzt aus Versehen eine Nervenbahn stimuliert, die man eigentlich gar nicht aktivieren möchte kann es zum Beispiel zu Missempfindungen führen oder Probleme mit dem Sprechen führen.
00:21:07: Und das Gute ist, dass man im Nachgang eben das dann umprogrammieren kann und die Nebenwirkungen wieder wieder dämpfen kann.
00:21:14: Das machen wir auch bei uns in der Klinik.
00:21:16: also diese die postoperative Programmierung erfolgt in der Regel direkt nach der Stimulation im Zentrum.
00:21:22: Aber danach braucht es eine Feinjustierung und das ist etwas, was wir regelhaft bei uns auch sowohl ambulant als auch stationär mit anwägen.
00:21:28: Und was kann man sagen?
00:21:29: Also wo in welchem Zusammenhang wirkt das gut diese Stimulationen und welche nicht?
00:21:37: Gute Patientenauswahl ist sozusagen wichtig.
00:21:40: Es gibt Patienten, die dafür nicht mehr in Frage kommen zum Beispiel.
00:21:43: Ich sage jetzt wo es der der fünfundachzigjährige Patient, der vielleicht auch schon eine Demenz mit dazu hat also die Geistegeleistungsfähigkeit nachgelassen hat da ist dieses Verfahren nicht gut geeignet.
00:21:53: größeres Risiko der OP und größeres risiko für Komplikation im Verlauf.
00:21:58: man geht eher dahin dass man jüngere Patienten und in der Neurologie ist sozusagen unter siebzig Jungen.
00:22:05: Diese Patienten früher an diese Therapie heranführt, nämlich dann wenn die Tabletten eben nicht mehr so gleichmäßig wird oder das auch eine Sonderform, wenn es Zittern sehr stark ist und durch die Tablette nicht gut gedämpft werden kann.
00:22:17: Das sind so die zwei wichtigsten Indikationen eigentlich.
00:22:20: Aber ansonsten... Wäre das ein guter Weg sozusagen?
00:22:23: Dann ist es ein sehr, sehr gutes Verfahren.
00:22:26: Auch ein sehr sicheres Verfahren muss man sagen und mittlerweile auch wirklich lange über dreißig Jahre Erfahrungen angewendet.
00:22:32: Und es entwickelt sich technisch übrigens immer weiter.
00:22:35: aber ich kann jeden Patienten auch verstehen dass er einmal darüber nachdenken muss ob er sich am Gehirn operieren lassen will.
00:22:41: Auch da gilt natürlich wichtigste Predictor wie groß ist die Einschränkung der Lebensqualität?
00:22:46: Der Patient muss ausreichend leiden, um bereit zu sein, so einen Schritt zu gehen.
00:22:50: Vielen Dank für das interessante Gespräch!
00:22:52: Sehr gerne!
00:22:52: Und wir sehen uns wieder auf Facebook, Instagram, YouTube, LinkedIn und TikTok.
00:22:57: Wären Sie gesund!
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