Personalisierte Orthopädie: Wann ist ein Kniegelenkersatz sinnvoll?
Shownotes
Wann ist ein künstliches Kniegelenk wirklich notwendig? Und warum sollte ein Kniegelenkersatz heute nicht bei jedem Patienten nach demselben Standard erfolgen? Die personalisierte Orthopädie berücksichtigt die individuelle Anatomie, Gelenkachse, Bandspannung und persönlichen Voraussetzungen des Patienten. Prof. Dr. Tobias Renkawitz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie der Universität Regensburg am Asklepios Klinikum Bad Abbach erläutert, wann bei Kniearthrose ein künstliches Kniegelenk infrage kommt und welche Rolle die individuelle Planung für Beweglichkeit, Schmerzfreiheit und Haltbarkeit der Prothese spielt.
Außerdem geht es um die robotisch assistierte Knieoperation. Dabei operiert weiterhin der Orthopäde selbst. Die Technologie unterstützt ihn dabei, die individuelle Anatomie des Knies zu erfassen und die Position des künstlichen Gelenks präzise zu planen. Auch die Prähabilitation, also gezieltes Training bereits vor der Operation, ist Teil des personalisierten Behandlungskonzepts. Zudem spricht Prof. Renkawitz darüber, warum manche Patienten nach einem Kniegelenkersatz weiterhin Beschwerden haben, was bei der Wahl einer Klinik wichtig ist und welche Bedeutung Erfahrung, Operationstechnik und zertifizierte Endoprothetikzentren für die Behandlung haben.
Prof. Dr. Tobias Renkawitz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie der Universität Regensburg am Asklepios Klinikum Bad Abbach
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Transkript anzeigen
00:00:01: Personalisierte Orthopädie beim Kniegelenkersatz.
00:00:05: Guten Tag
00:00:06: und herzlich willkommen
00:00:07: zur Klinik-Sprechstunde,
00:00:09: dem Asklepios Gesundheitspodcast mit Kirsten Kahler und Ärztinnen der Asclepioskliniken.
00:00:20: Wann muss denn überhaupt ein Kniegelenker ersetzt werden?
00:00:23: Der richtige Zeitpunkt ist für viele Patienten gar nicht so einfach.
00:00:26: aber es gibt vier einfache Fragen wo man sich selber mal kontrollieren kann.
00:00:31: Die Atrose ist ja eine Volkskrankheit und das heißt, es geht lange.
00:00:34: aber wenn dann der Schmerz vielleicht schon in Ruhe in der Nacht kommt.
00:00:37: Wenn die G-Strecke eingeschränkt ist, wenn man vielleicht auch schon oft oder fast täglich ein Schmerzwettel nimmt und wenn man dann sagt so ist die Lebensqualität für mich nicht mehr das was ich mir wünsche von meinem Leben Dann ist der Zeitpunkt wenn alle Konservativen also nicht operativen Therapieverfahren ausgeschöpft sind dass man mal mit seiner Ärztin seinem Arzt des Vertrauens auch über die Optionen an der Operation reden kann.
00:00:59: Allerdings, die klinische Untersuchung und auch die Bildgebung muss dazu natürlich passen.
00:01:04: Ja, vertrauen ist da so ein schönes Stichwort dabei weil man ja doch irgendwie denkt wie kann denn so ein totes Ding also eine Prothese vielleicht oder eine Teilprothese?
00:01:17: Wie kann denn die ausgerechnet mein individuelles Knie ersetzen?
00:01:23: Zum einen, Sie haben angesprochen natürlich braucht man für die Entscheidung zu einer Operation vertrauen.
00:01:29: Man muss die Operation nicht in allen Facetten mit jeder Kleinigkeit erfassen aber ein Patient muss verstehen warum eine Ärztin oder Arzt eine Operation empfiehlt und man muss verstehen wie die Operation abläuft.
00:01:43: Man muß auch das gehört dazu über Risik- und Komplikationen aufgeklärt sein.
00:01:47: Aber es muss klar sein dass die Operation der letzte Schritt ist.
00:01:52: Gleich möchte ich aber auch sagen, wir sprechen hier über einen sehr erfolgreichen Eingriff.
00:01:56: Das kann man wissenschaftlich messen.
00:01:58: Kunstgelenke das künstliche Hilft aber auch in unserem Fall des künstlichen Kniegelenk.
00:02:02: das kann tatsächlich die Lebensqualität verbessern das weiß man aus wissenschaftlichen Untersuchungen das kann man auch messen.
00:02:08: Aber trotzdem die Operation ist immer der letzte Schritt.
00:02:11: und dann geht es darum dass mit den operativen Eingriffe wenn er denn nun notwendig ist Und dann kann er auch tatsächlich neue Lebensqualität wiederbringen.
00:02:19: Aber dann muss man es auch so machen, dass der Patient möglichst lange Haltbarkeit für die Prothese hat, einen schnellen und effektiven Gewinn an Lebensqualität hat, Schmerzfreiheit und bessere Beweglichkeit.
00:02:31: Das sind die drei Hauptziele?
00:02:32: Ja!
00:02:33: Jedes Knie ist anders.
00:02:35: Wir hatten ja schon den Begriff Personalisiert.
00:02:37: Wie hängt das zusammen?
00:02:40: Dieser Begriff der personalisierten Autobedia begrifft er mich schon seit ... langer Zeit prägt.
00:02:44: Bedeutet nichts anderes, dass man in der orthopedischen Chirurgie lange Zeit dachte das man operative Verfahren auch nach einem Standard durchführt gerade beim künstlichen Diegeling.
00:02:55: ein Standard ist an sich eigentlich nicht schlechtes nur wir alle sind unterschiedlich.
00:03:01: unsere Anatomie unserer Biomechanik.
00:03:03: jedes Knie ist sozusagen in ihrer Ausprägung in der Achse Bannstruktur und in den Bannspannungen unterschiedlich.
00:03:10: Und so gilt es also für den Operateur, das herauszufinden wie das Kunstgelenk optimiert sozusagen anhand dieser Patienten individuellen Faktoren beim Patienten dann eingesetzt werden sollte.
00:03:23: Das heißt also Bann-Spannung hatten Sie schon angesprochen?
00:03:26: Das kann man glaube ich an dem Eingelenk ganz gut sehen.
00:03:28: was für Bänder sie da eigentlich meinen oder?
00:03:30: Ja in diesem Modell kann man zum einen das Verfahren mal ganz gut erklären.
00:03:34: Zum einen sehen wir die verschiedenen Teile des künstlichen Kniegelenkes.
00:03:38: Wir sehen hier oben, das ist der Oberschenkelanteil.
00:03:40: Das ist wie so eine große Krone der die kaputten Knorpel-Knochenanteile ersetzt.
00:03:45: Und man kann es seitlich sehen, wir sprechen von wenigen Millimetern.
00:03:49: also man trägt nur ganz dünn hauchdünne Schichtenknorpelknochen Anteile ab und dann wird wie eine große Krone das ganze aufgesetzt.
00:03:57: hier unten im Unterschenkelbereich wird auch eine dünne Scheibe weniger Millimeter abgetragen.
00:04:00: dann kommt so ein Plateau wird eingesetzt aus einer Titanligierung unter zwischen dieses weiß gezeichnete Das ist ein spezieller Kunststoff eine Gleitfläche Oberschenkelanteil letztendlich die Bewegung vollzieht.
00:04:15: Und das Ganze wird stabilisiert hier gezeigt durch dieses Silikonzügel, das sind die Seitenwender.
00:04:20: und nun geht es einerseits darum dass man sozusagen eine gute Bewegung und Beweglichkeit erreicht aber das ganze auch in einem guten Spannungsverhältnis.
00:04:29: Das heißt die Bandspannung der Seitenwänder muss gut ausbalanciert sein und das Interoperativ letztendling zu messen Das ist manchmal gar nicht so einfach.
00:04:40: Was ist denn noch individuell an seinem Knie, außer dass die Seitenbänder so oder so sind?
00:04:45: Ja das ist natürlich nur ein Aspekt.
00:04:47: auch die Gelenkachse ist zum Beispiel also eher... Wenn man das mal X oder O-Bein, wenn man das einmal analysiert.
00:04:53: Da sind die Menschen unterschiedlich.
00:04:54: auch Frauen und Männer haben ganz andere Grundvoraussetzungen Und es gibt viele andere Dinge wie die Kapselspannung Wie dass was um das Gelenk herum ist Das ganze weichteil Was eigentlich individuell bei jedem menschen Auch aufgrund einer persönlichen Patientengeschichte ist.
00:05:10: Es gibt Menschen, die hatten Verletzungen in der Kindheit oder als junge Menschen bei Sportverletzung.
00:05:16: Und es gibt auch Patienten, die letztendlich schon sehr lange warten und dann ist da teilweise schon der Knochen stärker
00:05:22: verschlissen.".
00:05:23: Ja... Wenn man sich jetzt entscheidet dazu das Kniegelenk ersetzen zu lassen also entweder als Vollprothese oder eben als Teilprothese beginnt denn meine Mitarbeit als Patient?
00:05:38: bei der OP?
00:05:40: oder gibt es etwas, was davor ist für mich speziell?
00:05:44: Also wir wissen heute aus Untersuchungen und wir führen bei uns an der Universitätsautobedit in Bad Abach.
00:05:51: An der Klinikverorte bedient der Universität Regensburg mit einer eigenen wissenschaftlichen Gruppe auch dazu Untersuchung durch.
00:05:57: Wir wissen das tatsächlich die prioritative Vorbereitung bei Patienten dazu dient dass das Ergebnis der Operation auch besser wird.
00:06:07: Rehabilitation alleine, also einer Bewegungsübung nach dem Eingriff.
00:06:11: Sondern wir beginnen schon zuvor diese genannte Präh-Habilitation und die Bewegungsprogramme, die wir auch wissenschaftlich entwickeln und erforschen beginnend eben vor dem Eingegriff.
00:06:22: Wir sehen jetzt schon an unseren ersten wissenschaftlichen Daten, dass es unserem Patienten danach besser geht.
00:06:26: sie kommen sprichwörtlich schneller auf die Beine.
00:06:29: Und wie muss ich mir diese präha so muss ja sagen?
00:06:33: Wie muss ich mit dir vorstellen?
00:06:35: Also im Prinzip ist das eine Kombination, ein Kombinations-Übungsprogramm mit verschiedenen Bausteinen.
00:06:40: Da sind Kräftigungsübungen, Dehnungsübung und Koordinationsübung dabei.
00:06:45: Und in unserem Trainingsprogramm versuchen wir auch individuell verschiedene Übungsbestandteile den Patienten letztendlich vorzuschlagen.
00:06:54: Nicht jeder Patient hat eine gleich gute Koordination und da gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen so dass sich jeder aus diesen Baustein und sein individuelles Trainingkonzept letztendlichen zusammensetzt.
00:07:03: Und ist das jetzt schon die personalisierte Orthopädie, oder kommt ihr jetzt?
00:07:08: Die personalisierter Orthopädie ist ein Sammelbegriff der alle Aspekte.
00:07:13: Alle Säulen umfasst.
00:07:15: Das beginnt mit der personalisierten Bewegungsmedizin.
00:07:17: Es geht dann über dass man auch bei den klinischen Untersuchungsverfahren individualisierte Verfahren wählt um die genaue Situation des Patienten letztendlich zu erkennen.
00:07:26: aber ganz zentral ist während der Operation letztendlich ja die Reaktion des orthopädischen Chirurgen auf die Patientenindividuellen Faktoren und das ist eigentlich für einen Chiruren mit bloßem Augenmaß gar nicht so einfach, denn wir wissen dass menschliche Auge kann ein Millimeter oder ein Grad in der Genauigkeit schwer intraubativ schätzen.
00:07:50: Und da helfen uns hochtechnologische Verfahren, die können letztendlichen die Orthopedinnen und Orthopäden bei der Operation effektiv unterstützen.
00:07:57: Erzählen Sie uns!
00:07:59: Also diese Verfahren sind nicht neu.
00:08:00: Computerassistierte Autobedient ist das Schlagwort, die gibt es schon seit einiger Zeit.
00:08:06: Navigationstechnologie, so nannte man das früher und jetzt gibt es die Weiterentwicklung, die logische Weiterentwirkung, die robotische Chirurgie.
00:08:15: Letztendlich geht es um technologische Systeme, die nicht autark arbeiten.
00:08:19: Also der Operateur, die Operatörin operiert den Patienten nach wie vor selbst.
00:08:23: Sie sind mein Arzt und nicht da irgendeinen?
00:08:25: Ich bin nach wie vorher ein Arzt, ich stehe auch nach wie vorm Operationstisch.
00:08:30: Es ist letztendlich eine Art Assistenz, wo bei der orthopädischen Robotik das Operationswerkzeug eingespannt ist.
00:08:36: aber ich werde von einem System letztendlichen kontrollieren.
00:08:39: Das heißt, das System stellt sicher, dass ich genau den Winkel, den ich davor geplant habe, genau den Millimeter, den Ich abtragen möchte.
00:08:47: Den sehr exakt Einhalte und Ungenauigkeiten die es früher gab damit fast ausgeschlossen sind.
00:08:53: Ja aber also wie funkts... Also Sie sagen ja gerade der, das menschliche Auge kann den Millimetern nicht so wahnsinnig gut unterscheiden?
00:09:03: Das macht dann der Roboter.
00:09:04: Aber woher weiß denn genau der Robotter was er zu tun hat
00:09:07: Weil wir und das ist eben die Stärke des Systems, dass Patienten individuelle Modelle am Anfang der Operation erst mal aufnehmen.
00:09:14: Also zum Beispiel wie gerade gezeigt wenn es Kniegelenken noch nicht implantiert ist genau die Bandspannung erfassen.
00:09:20: All das wird in ein virtuelles Modell eingespielt.
00:09:23: Das heißt ich sehe bei mir im Operationshalle an einem großen Monitor neben dem Operations-Tisch das Kniemodell des Patienten in einer virtuellen Umgebung.
00:09:32: Also
00:09:32: mein Knie zum Beispiel?
00:09:33: Ihr Modell sehe ich nicht in einem Röntgenbild, aber ich sehe noch zusätzlich ein virtuelles Modell und wenn ich ihr Knie-Operationszahl bewege, dann bewegt sich das bei mir auf dem Monitor genauso mit live und in Echtzeit.
00:09:44: Und anhand dieses virtuellen Modelles kann ich dann, anhand der aufgenommenen Parameter zum Beispiel der Bandspannung und der Achsen und vielen anderen Parameter mehr.
00:09:54: Kann ich dieses Kniegelenk sozusagen einbalancieren erstmal in einer virtuellem Umgebung?
00:09:58: Erst wenn ich das Ganze so geplant habe wie ich es haben möchte erst dann beginnt die eigentliche Operation.
00:10:04: Und diese Operation beginnt dann womit?
00:10:07: Die Operation beginn mit dem klassischen Weg.
00:10:10: Da hat sich auch nichts da geändert, der Chirurg muss natürlich chirurgisch arbeiten also er muss natürlich die chirurgische Schritte erstmal durchführen und muss dann erst mal letztendlich weil das ist ein bildfreies System.
00:10:22: also das heißt es funktioniert mit Infrarot-Technologie, während der Operation werden kleine reflektierende Markerkugeln hier am Patienten befestigt.
00:10:30: und das erkennt das System, das Ganze wird eingespielt, dann wird geplant Und dann müssen Sie sich das so vorstellen, dass eine Hochpräzisionssäge die wir brauchen um diese Millimeter Knochenknorpelschichten abzutragen.
00:10:43: Wir sprechen hier wie gesagt von zwei bis zehn Millimetern und dann fährt ein robotisch assistierter Arm die Hochpräsitionssäige genau in den Winkelbereich an und der Operateur kann den Operationsschritt durchführen.
00:10:56: Aha!
00:10:56: Das heißt erseht einen Stück vom Knochanab, um dann die Prothese darin später einzupassen?
00:11:02: Er trägt mehrere Ebenen mit dünnen Schichten ab, entfernt quasi den verschliessenen Knorpel eine dünne Knochenschicht wenige Millimeter damit das Implantat dann auf einem soliden Implantadbett zu liegen bekommen.
00:11:17: Wir hatten ja schon eben die Frage wer operiert wirklich?
00:11:19: haben Sie denn noch die Möglichkeit innerhalb dieses Prozesses wie soll ich sagen Gerichtung zu wechseln oder sagen wir müssen es doch anders machen?
00:11:28: Also der Operateur ist im wahrsten Sinne des Wortes am Drücker bedientes Operations Werkzeug.
00:11:34: Er kontrolliert es während der Ausführung und er kann es zu jeder Zeit stoppen und beändern.
00:11:39: Also kein autarkes, kein selbstständiges System.
00:11:42: Der Operateur führt das wie gesagt selbstständig durch, kann jederzeit eingreifen.
00:11:46: also ist ein ganz wichtiger Punkt dass wir in der orthopädischen Robotik dort die Kontrolle des Operateurs auch behalten.
00:11:53: ja
00:11:53: das gibt's uns sozusagen inwiefern sich diese robotische autopädie oder chirurgie in dem moment unterscheidet von der herkömmlichen.
00:12:02: Eigentlich ist es ein Philosophiewechsel.
00:12:04: Ich bin noch als ich noch junger Assistenzarzt war in dem System aufgewachsen, dass man gesagt hat alle Kniegelenke, alle Kni-Achse müssen gerade sein.
00:12:12: das gilt sozusagen als der Goldstandard.
00:12:16: heute wissen wir ein gerades Knie wenn beim Menschen wissenschaftlich untersucht.
00:12:21: vor dem Eingriff hat fast keiner.
00:12:23: also ist es heute der Weg dass wir individuell personalisiert die jeweiligen anatomischen Voraussetzungen der Patienten berücksichtigen.
00:12:32: Und früher hat man sozusagen beide Operationen dann reagiert, hat immer wieder die Operationschritte durchgeführt und getestet.
00:12:39: Passt es?
00:12:40: Passt das nicht!
00:12:40: Und hat dann sehr viel auch an den Bändern, an der Kapsel, an den Weichtalen außen herum letztendlich manipuliert.
00:12:47: Das ist mit der Computerassistiertenautorbedi heute anders.
00:12:50: Hier sind wir in einer Art prädiktiven Operationsphilosophie weil man erstmal anhand des virtuellen Modells das ganze plant und erst wenn der Plan so zu sagen virtuell fertig ist und man seinen Zielparameter auch sieht, erst dann beginnt die Operation.
00:13:05: Also das ist tatsächlich im Vergleich zu der klassischen Operationstechnik ein gewisser Philosophiewechsel?
00:13:11: Ja was heißt es für den Patienten?
00:13:13: also viele Patienten oder manche Patienten sind ja nachher nicht glücklich mit der eingesetzten Prothese und haben immer noch Schmerzen oder können sich... Der Körper kann sich nicht anfreunden.
00:13:24: mit dem fremden Körper.
00:13:26: wird das besser durch diese Art Orthopödie.
00:13:30: Also was Sie sagen, ist richtig.
00:13:31: Wir haben wissenschaftliche Daten aus fast allen Registern der westlichen Länder das bis zu zwanzig Prozent der Patienten nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes noch über Restbeschwerden klagen.
00:13:43: Restbeschwerten ist ein großer Begriff.
00:13:44: Das geht von sehr geringen Beschwerden bis zu sehr ernsthaften Beschwerde.
00:13:49: Wenn es auftritt, da muss man natürlich immer erst genau abklären warum und wieso?
00:13:52: Da gibt es einen sehr differenzierten Algorithmus.
00:13:55: Wir sehen bei uns an der Universitätsautobedi, am Askelbesklinikum hat aber auch viele dieser Patienten auch.
00:14:01: Aber erkennen dann oftmals auch das personalisierte Aspekte in dem Fall vielleicht nicht ausreichend berücksichtigt worden sind?
00:14:10: Aber entscheidend ist schon dass wissenschaftlich bei diesem noch etwas jüngeren Verfahren wie zum Beispiel der robotischen Endoprothetik die Datenlage noch nicht so ist, dass wir sagen wir überblicken jetzt fünfzehn Jahre zehn Jahre Der Vorläufer im Bereich der Navigationstechnologie, da gibt es Daten.
00:14:28: Aber die sind auch uneinheitlich!
00:14:31: Wir haben selbst bei uns in unserer eigenen Klinik einmal ein Zehn-Jahresergebnisse verglichen also Patienten vergleichen, die damals noch mit Navigationstechnologie operiert wurden im Vergleich zu Patienten, die ohne Navigationstechnologie operiert worden und wir konnten feststellen dass nach zehn Jahren die Haltbarkeit der Kunstgelenke in der Computerassistiertengruppe höher war.
00:14:50: andere Autorengruppen konnten das nicht bestätigen.
00:14:52: Es hängt sehr viel auch von der Operationstechnik des Orthopäden ab, also die Navigation oder die Robotik alleine.
00:15:01: Das ist nicht der Schlüssel zum Erfolg, es ist ein Hilfsmittel – die Operationstechnik!
00:15:05: Das ist das Entscheidende.
00:15:07: Das heißt, der Operateur muss wissen wie er diese Technologie auch sinnvoll
00:15:10: einsetzt.".
00:15:11: Ja, das war eine schöne realistische Sicht auf die ganze Sache.
00:15:15: Was erhoffen Sie sich denn dann?
00:15:16: Also was erwarten sie, was von dieser neuen Technik ausgeht im Sinne für den Patienten?
00:15:25: also vielleicht weniger Schmerzen danach, schnellerer Erholung, weniger Bluten bei der OP?
00:15:32: kann es solche so etwas sein?
00:15:34: Das ist natürlich ganz klar die Erwartungshaltung.
00:15:37: diese Technologie soll für die Patienten einen Nutzen haben.
00:15:41: Es soll besser werden, wir wollen die Rate an unzufriedenen Patienten, die nach dem Eingriff noch Schmerz und Bewegungseinschränkungen haben relevant
00:15:49: verringern.".
00:15:50: Das heißt, die Technologie ist nur Mittel zum Zweck um das Ergebnis für den Patienten zu verringen.
00:15:54: Wir sehen heute schon in unseren Händen dass durch dieses verringerte Weichtalt Trauma, weil wir das Weichtall viel weniger manipulieren müssen die Patienten schneller auf die Beine kommen.
00:16:04: Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die schon zeigen, dass im Frühjahr in einer frühen Phase durchaus auch positive Aspekte zu sehen sind.
00:16:11: aber noch mal Gesprächen hier von Daten, die man noch weiter beobachten muss.
00:16:15: es wäre falsch wenn man jetzt grundsätzlich sagen würde mit einem technologischen Hilfsmittel wird der Operation automatisch besser.
00:16:22: nein ist es die Kombination aus der Operationstechnik dem richtigen Zentrum des große Erfahrung hat in der Anwendung dieser Technik und Technologie.
00:16:29: Und vor allem ab der gesamten Kette des Ablaufs mit Präabilitation, interoperativ aber auch der postoperativen.
00:16:37: Ist es denn das worauf ich achten soll?
00:16:38: Bin nicht mehr eine Kliniksucher also wenn ich auf die Qualität der Klinikerchte und darauf schaue?
00:16:43: Also wir haben in Deutschland ja das System der zertifizierten Endoprothesen-Zentren einer Initiative der Deutschen Gesellschaft für Ortho-Bedien und orthopedischen Chirurgie.
00:16:52: Das wurde schon vor vielen Jahren etabliert.
00:16:55: Diese Kliniken und spezialisierte Klinik können sich zertifizieren lassen zum Wohle der Patienten.
00:17:01: Wir sind Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung, das heißt wir werden regelmäßig von externen Auditoren und Gutachtern kontrolliert.
00:17:07: unser Ergebnis Qualität wird gemessen.
00:17:11: Wir müssen dort, wenn die Gutachter kommen, alles aufmachen.
00:17:13: Die schauen sich an und kontrollieren unsere Qualitätsstufen.
00:17:17: Und natürlich wird auch das Ergebnis bei den Patienten gemessen.
00:17:20: Auch das wird erfasst.
00:17:22: wie zufrieden sind die Patienten an dieser Klinik?
00:17:24: Ich halte das für den richtigen Schritt.
00:17:26: Man muss Ergebniskwalität objektivierbar messbar machen.
00:17:29: Und die Endopothesenzentren bieten dort sehr gute Voraussetzungen.
00:17:33: Vielen Dank für das interessante Gespräch!
00:17:35: Sehr gerne
00:17:36: Und wir sehen uns wieder auf YouTube, Facebook, LinkedIn, Instagram und TikTok.
00:17:41: Wären Sie gesund!
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